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Was hat Sucht mit
Geschlecht zu tun?
Es gibt kaum Faktoren, die unsere Erfahrungen, Ressourcen und Bedürfnisse
so nachhaltig prägen wie Geschlecht, Status, Ethnie und Alter.
Frauen nehmen Suchtmittel aus anderen Gründen ein als Männer.
Die wichtigsten Ursachen, die bei Frauen zum Konsum von Suchtmitteln
führen sind einengende überfordernde Rollenerwartungen
und Mehrfachbelastungen, mangelnde Einflussmöglichkeiten, kontinuierliche
Gewalterfahrungen, Ohnmachtsgefühle und Drogenkonsum des Partners.
Bei Männern sind andere Faktoren ausschlaggebend z.B. beruflicher
und persönlicher Erfolgsdruck, Überforderung durch familiäre
Verpflichtungen / Vaterschaft, einengende und überfordernde
Rollenerwartungen, Unterdrückung von Ohnmachtsgefühlen
und Abhängigkeitsbedürfnissen.
Weshalb geschlechtergerechte Suchtarbeit?
Suchtarbeit ist effizient und erfolgreich, wenn sie ihre Angebote
optimal auf die unterschiedlichen Erfahrungen und Bedürfnisse
derjenigen Menschen ausrichtet, die von den Angeboten profitieren
sollen. Das Geschlecht prägt die Erfahrungen und Bedürfnisse
von Menschen massgeblich. Geschlechtergerechte Suchtarbeit leistet
einen Beitrag zur Chancengleichheit von Frauen und Männern,
weil ihre Angebote weder Frauen noch Männer benachteiligen.
Geschlechtergerechte Suchtarbeit stellt sicher, dass Frauen und
Männer in ihren Erfahrugen und Bedürfnissen gleichberechtigt
behandelt werden und gleichermassen ernst genommen und kompetent
unterstützt sind. Deshalb verbessert geschlechtergerechte Suchtarbeit
den Zugang zum Hilfeangebot und erhöht dessen Wirksamkeit.
Was ist geschlechtergerechte Suchtarbeit?
Geschlechtergerechte Suchtarbeit weiss um die geschlechtsspezifisch
unterschiedlichen Realitäten, Erfahrungen, Ressourcen und Bedürfnisse
von Frauen und Männern. Sie nutzt dieses Wissen gezielt für
die Organisation, Planung und Umsetzung des Hilfeangebotes. Die
Berücksichtigung der Kategorie Geschlecht bedeutet, dass alle
Angebote bzw. Projekte daraufhin überprüft werden, ob
der Problemhintergrund
bei Mädchen / Frauen der gleiche ist wie bei Jungen / Männern
ob beide Geschlechter mit den gleichen Mitteln erreicht werden.
Geschlechtergerechte Suchtarbeit bedeutet nicht, dass es nur noch
frauen- oder männerspezifische Angebote gibt, sondern sie prüft,
ob die gewählten Methoden zu den Ressourcen und Bedürfnissen
von Frauen sowie zu den Ressourcen und Bedürfnissen von Männern
passen.
Geschlechtergerechte Suchtarbeit
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unterstützt emanzipatorische Lern- und
Entwicklungsprozesse: sie regt Frauen und Männer an, ihr
Rollenrepertoire zu erkennen und zu erweitern; sie unterstützt
Frauen und Männer darin ihre Bedürfnisse wahrzunehmen,
Ressourcen und Stärken zu entwickeln und zu nutzen und
ihre Lebensentwürfe zu realisieren.
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verlangt von Organisationen chancengleichheitsfördernde
Strukturen
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verlangt von den Fachpersonen, dass sie ihre
unterschiedlichen Verhaltensweisen und Beurteilungen gegenüber
Frauen und Männern wahrnehmen, hinterfragen und verändern. |
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