Geschlechtergerechte Suchtarbeit
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Fachgruppe gendergerechte Suchtarbeit - nächstes Treffen am 1. September 2010
Das nächste Treffen der Fachgruppe gendergerechte Suchtarbeit findet statt am Mittwoch, 1. September 2010.

Ort: Sitzungszimmer der Suchthilfe Olten, Aarburgstrasse 63, Olten
Zeit: 13.45 Uhr- ca 16.45 Uhr

Programm:
1. Teil /Traktanden
2. Teil: Input von Marie-Louise Ernst, Beauftragte des BAG für die Förderung gendergerechter Suchtarbeit

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
simone.arni@liliththerapie.ch
 
 
Frauentalk.ch - weil Alkohol auch ein Frauenproblem ist
Fachfrauen des Blauen Kreuzes haben mit www.frauentalk.ch eine frauenspezifische Website entwickelt. Frauen, für die Alkohol ein Thema ist – sei es als Selbstbetroffene oder als Angehörige – haben von nun an eine Plattform im Internet. Auf frauentalk.ch findet sich eine ganze Palette von Informationen und praktischen Tipps. Hauptanliegen ist jedoch den Frauen zu vermitteln: sie sind nicht alleine mit ihren Anliegen und Fragen.

Weitere Infos unter: http://www.frauentalk.ch/
 
 
Jugendliche und Medikamente - Mädchen greifen eher zu Medikamenten als Jungs
Die alle vier Jahre bei Schülerinnen und Schülern in der Schweiz stattfindende Befragung zeigt, dass die Einnahme von Medikamenten bei den 15-Jährigen (im 9. Schuljahr) relativ verbreitet ist, vor allem bei den Mädchen. Im Jahr 2006 gaben rund jeder vierte 15-jährige Junge und mehr als ein Drittel der gleichaltrigen Mädchen an, während der letzten 30 Tage mindestens einmal ein Medikament gegen Kopfschmerzen eingenommen zu haben. Ähnlich haben mehr als ein Drittel der Mädchen mindestens einmal ein Mittel gegen Bauchschmerzen gebraucht, gegenüber ungefähr einem von zehn Jungen. Der Gebrauch von Medikamenten um gegen Schlafprobleme oder Nervosität anzugehen, ist weniger häufig, immerhin betrifft er aber ungefähr 4% der Jungen und ca. 5% der Mädchen im Alter von 15 Jahren.
Wenn man die Entwicklung zwischen 1994 und 2006 betrachtet, scheint sich keine globale Tendenz hinsichtlich der vier berücksichtigten Störungen abzuzeichnen.
Quelle: Berechnungen der SFA (2007). HBSC Befragungen der Jahre 1994, 1998 und 2006.

Wiederholter Medikamentengebrauch

Wenn man den wiederholten Gebrauch eines Medikamentes oder die Einnahme verschiedener Medikamente bei 11-, 13- und 15-Jährigen betrachtet, kann eine unterschiedliche Entwicklung der Prävalenzen zwischen den Altersgruppen gemäss dem Geschlecht beobachtet werden: Der Anteil der Jugendlichen, welcher im Jahr 2006 während der letzten 30 Tage mehrfach ein Medikament gegen Kopf- oder Bauchschmerzen oder gegen Schlaflosigkeit und Nervosität eingenommen hat, scheint bei den Jungen zu sinken, je älter sie sind, während er umgekehrt bei den Mädchen im steigenden Alter eher zunimmt.
Hinsichtlich der zeitlichen Entwicklung, kann in den verschiedenen Altersgruppen eine Abnahme der Prävalenzen zwischen 1994 und 1998 beobachtet werden, sowie eine Zunahme im Jahr 2006, diese jedoch auf einem niedrigeren Niveau als 1994. Die 13-jährigen Mädchen bilden die Ausnahme bei dieser Evolution: deren Prävalenzen sind für die Jahre 1998 und 2006 miteinander vergleichbar.
Quelle: Berechnungen der SFA (2007). HBSC Befragungen der Jahre 1994, 1998 und 2006.
Die Befragung der Schülerinnen und Schüler zeigt darüber hinaus, dass die Einnahme von Medikamenten manchmal auch einem anderen Zweck dienen soll: im Jahr 2006 gaben ungefähr 5% der 15-jährigen Mädchen und ungefähr 2% der 15-jährigen Jungen an, mindestens einmal Medikamente gebraucht zu haben, um sich damit zu berauschen.
Quelle : Schmid et al. (2007). Der Konsum psychoaktiver Substanzen von Schülerinnen und Schülern in der Schweiz. Ausgewählte Ergebnisse
einer Studie, durchgeführt unter der Schirmherrschaft der WHO. Lausanne: ISPA.



Weiterführende Infos unter: http://www.sfa-ispa.ch/infos-und-fakten/medikamente/jugendliche/
 
 
Beruhigungsmittel - ein Frauenthema?
Die Erkenntnisse der Gesundheitsbefragung 2007 belegen, dass über fast alle Altersgruppen hinweg ein höherer Anteil Frauen als Männer Medikamente mit beruhigender, schlaffördernder oder schmerzlindernder Wirkung zu sich nimmt. Augenfällig wird dieser Umstand ab dem Alter von 75 Jahren: 17% der Frauen dieser Altersgruppe hatten in den letzten sieben Tagen vor der Befragung mindestens einmal täglich ein Schmerzmittel, 17% mindestens einmal täglich ein Schlafmittel, und 6% mindestens einmal täglich ein Beruhigungsmittel eingenommen.
Der gesteigerte Gebrauch von Schlaf- und Beruhigungsmitteln sowie Schmerzmitteln bei älteren Menschen ist wahrscheinlich weitgehend auf eine höhere Belastung durch dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigungen und vermehrt auftretende Schlafstörungen zurückzuführen.
Gemäss der Befragung nimmt der Anteil täglich Schlafmittel einnehmender Männer ab 35 über die Altersgruppen hinweg zu, während sich keine lineare Tendenz für die tägliche Einnahme von Schmerz- bzw. Beruhigungsmitteln abzeichnet. Auffällig ist jedoch ein starker Anstieg der täglichen Einnahme von Schmerz- und Beruhigungsmitteln in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen. Eine mögliche Erklärung wäre, dass Männer vor dem nahenden Rentenalter die abnehmende Arbeitsleistung sowie Stress und vermehrt auftretende Gesundheitsbeschwerden durch eine gesteigerte Einnahme dieser Medikamente zu bekämpfen versuchen.
90.8% der täglich von Männern und Frauen eingenommenen Medikamente dieser Art wurden vom Arzt verschrieben. Eine länger andauernde, regelmässige Einnahme bestimmter Schlaf- und Beruhigungsmittel (vor allem Benzodiazepine) kann - auch bei geringen Dosen - zur Entwicklung einer Abhängigkeit führen.
Quelle: SFA (2009). Schweizerische Gesundheitsbefragung 2007.

Für weiterführende Informationen:www.sfa-ispa.ch/infos-und-fakten/medikamente/gebrauch/
 
 
La Strada - der 'weiblichste' Bus in Bern
Der La Strada Bus ist eine niederschwellige, mobile Anlaufstelle für Drogen konsumierende Sexarbeiterinnen in Bern. Die Öffnungszeiten des La Strada Buses sind jeweils am Mittwoch, Freitag und Samstag von 21.00-1.30 Uhr (Winter) oder von 21. 30 -2.00 Uhr (Sommer). Der Bus steht in unmittelbarer Nähe des Drogenstrichs, um zu gewährleisten, dass das Angebot ein wichtiger Treffpunkt der Sexarbeiterinnen ist.

Angebot:
Ein Schwerpunkt des Angebots ist die Beratung der Frauen bzgl. «safer use» und «safer sex», ausserdem werden aber auch Informationen bzgl. Wohn-, Essens und Schlafmöglichkeiten etc. vermittelt. Das Ziel der Beratungen der Sexarbeiterinnen ist in den meisten Fällen eine Triage für weiterführende unterstützende Angebote. Um die Triagefunktion innerhalb von «La Strada» professionell auszufüllen ist es unumgänglich sich mit anderen Angeboten im Sozialbereich zu vernetzen. Aus diesem Grund werden Aktionswochen zusammen mit anderen Institutionen wie zum Beispiel, der Aidshilfe, der Gassenarbeit oder der Frauenanlausstelle durchgeführt. Bei gesundheitlichen Problemen oder Fragen werden die Frauen an eine Frauenärztin weitervermittelt, welche gelegentlich auch im Bus anwesend ist.

Ein monatliches «Wen Do-Programm» (Selbstverteidigung für Frauen), sorgt dafür, dass die Frauen lernen, sich in gefährlichen Situationen besser verteidigen zu können. Dies ist jedoch nur ein Teilaspekt der Förderung der Sicherheit und des Selbstbewusstseins. Genauso wichtig sind Gespräche über Drogenkonsum, Sucht, Alltagssorgen, Sexarbeit, sicherere Plätze zum Anschaffen oder Auswahl der Freier. Ebenso haben die Sexarbeiterinnen die Möglichkeit im Bus Warnungen über gefährliche oder gewalttätige Freier auszufüllen. In diesen sogenannten Freierwarnungen werden besondere Merkmale von Freiern beschrieben, mit welchen die SexarbeiterInnen schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Geschichte, Trägerschaft und Team:
Im Dezember 1997 wurde der Bus unter dem Namen Mascara, vom Verein kirchliche Gassenarbeit ins Leben gerufen. Im Laufe der Jahre konnte der Betrieb immer weiter ausgebaut werden (unter anderem in Zusammenarbeit mit der SAH). Seit März 2003 wird der Bus vom Contact Netz betrieben und ist seit 2009 im Leistungsvertrag des Contact Netzes verankert.
Das La Strada-Team besteht aus 10 Frauen, die in Teilzeit angestellt sind.

Eine Zukunftsvision ist, dass das Team nicht nur im Bus sondern auch auf der «Gasse» präsent ist. Dadurch könnte unter anderem gewährleistet werden, dass auch Sexarbeiterinnen, die das Angebot noch nicht kennen, darauf aufmerksam gemacht würden.

Weitere Informationen zum «La Strada–Bus» finden sie unter:
http://www.contactnetz.ch/de/la_strada_bern_content---1--1085.html
 
 
Wir Männer vertragen eine ganze Menge Alkohol... - ohne Probleme'"
Sich über den eigenen Umgang mit Alkohol Gedanken machen… und den eigenen Konsum im Griff haben. Eine Broschüre für Männer, die sich über ihren Alkoholkonsum Gedanken machen.
Broschüre von sfa/ispa kann hier heruntergeladen werden
Text
 
 
Fördern sie die Chancengleichheit - von Mann und Frau
Geringere Fluktuation, erleichterte Personalrekrutierung, grössere Produktivität, mehr Innovation, fortschrittliches Image: Diese Ziele können Unternehmen erreichen, wenn sie das Potenzial von Männern und Frauen optimal nutzen – indem sie allen die gleichen Chancen geben. Viele Unternehmen haben diese Erfahrung bereits gemacht. Das Eidg. Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) stellt pro Jahr rund 1 Million Franken zur Verfügung für unternehmensinterne Projekte, welche die Chancengleichheit fördern. Es können auch Projekte von Organisationen unterstützt werden, die im Nonprofit-Bereich tätig sind.

Auf den 31. März 2010 können Unternehmen neue Finanzhilfegesuche einreichen. Informationen zu den Finanzhilfen sowie Anregungen zu möglichen Projekten finden sich im Internet unter www.mann-und-frau.ch/

Dass Chancengleichheit von Mann und Frau für jedes Unternehmen ein Gewinn ist, bestätigen der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) und das Schweizerische Institut für Verwaltungsräte und Geschäftsleitungsmitglieder (sivg). Beide unterstützen die Finanzhilfen ideell.
 
 
Beratung - für gendergerechte Suchtarbeit
Marie-Louise Ernst, Psychologin und Organisationsberaterin, ist die Beauftragte des Bundesamtes für Gesundheit BAG für die Förderung gendergerechter Suchtarbeit. Dieses Mandat beinhaltet auch Beratung und Weiterbildung für Institutionen, Trägerschaften, Projektgruppen und Behörden, welche in der Suchtprävention und Suchthilfe tätig sind wie z. B:

- Institutionsinterne Weiterbildungen zur Genderperspektive, abgestimmt auf die jeweiligen Bedürfnisse.

- Beratung und Begleitung zur Entwicklung und Implementierung gendergerechter Angebote.

- Beratung und Begleitung bei der Implementierung der Genderperspektive in Leitbildern, Konzepten und auf struktureller Ebene.

Die Beauftragte des BAG kann Sie dabei unterstützen, die Kriterien zur Aufnahme in das Verzeichnis www.drugsandgender.ch zu erfüllen. Die Beratungen sind für die jeweiligen Institutionen kostenlos.

Kontakt: Marie-Louise Ernst
Rohrmatt 21
3126 Kaufdorf
Tel. 031 809 22 96
m.l.ernst@datacomm.ch
 
 
Suchtprobleme - in der Partnerschaft
Mehr Frauen leben mit süchtigen Männern zusammen als umgekehrt (in Deutschland ist das Verhältnis etwa 3:1.) Aus diesem Grunde müssen sie oftmals die Folgen aus der Sucht ihres Partners mittragen und ertragen, (z.B. Schulden, physische Gewalt, Isolation). Meistens bleiben Frauen viel länger mit einem süchtigen Partner liiert, als dies im umgekehrten Falle ist. Wenn ein Mann eine süchtige Partnerin hat, unterstützt er seine süchtige Frau auch über einen gewissen Zeitraum hin, drängt dann aber entschieden und energisch auf Veränderung.

Was für Männer ohne Suchtproblematik gilt, gilt auch für süchtige Männer. Die Ehe zeigt sich bei Männern als Vorteil. Denn: Männer die in einer Partnerschaft oder Ehe leben, haben grössere Chancen sich zu stabilisieren und ihre Sucht zu überwinden, als dies bei alleinlebenden Männern der Fall ist.

Bei Frauen ist dies komplexer. So zeigt sich in einer Studie, dass Frauen, welche nach einem Alkoholentzug in die Familie zurückkehren, signifikant häufiger rückfällig werden, als Frauen, welche alleine leben. Allerdings macht auch eine Trennung oder Scheidung einen Rückfall bei Frauen wahrscheinlicher.
So kann man sagen, dass Männern die gewohnten Bindungen und Familienbeziehungen helfen, ihre Sucht zu überwinden, Frauen hingegen brauchen sehr oft neue persönliche Beziehungen, über die sich ihnen neue Lebensperspektiven eröffnen.

Für mehr Information siehe: Irmgard Vogt: Paare mit Suchtproblemen IN:.K. Lenz und F. Nextmann (Hg) Handbuch persönliche Beziehungen, Weinheim (2009).
 
 
Frauenspezifische Prävention macht - www.feelreal.ch - die letzte Zigarette schmeckt am Besten
Wer möchte mit dem Rauche aufhören, hat aber einfach noch nicht die richtige Motivation gefunden? Die Homepage www.feelreal.ch bietet nun Starthilfen für junge Frauen an, die gerne mit dem Rauchen aufhören möchten. Aber nicht nur Themen die das Rauchen betreffen, können auf dieser Site eingesehen werden. Es gibt auch Tips zu Gesundheit, Ernährung, Finanzen und allem, was sonst noch wichtig ist im Leben von jungen Frauen.

Siehe: http://www.feelreal.ch/
 
 
Aus frauengerecht - wird gendergerecht!
Seit diesem Jahr gibt es neu die Fachgruppe gendergerechte Suchtarbeit unter dem Dach des Fachverbands Sucht. Sie löst die Fachgruppe Frauengerechte Suchtarbeit ab. Zum einen erhoffen sich die KoordinatorInnen neue thematische Inputs, sowie auch neue und vor allem auch männliche TeilnehmerInnen. Des Weiteren wünschen sich die Verantwortlichen, dass das Thema nicht nur in der Gruppe selber behandelt wird, sondern vermehrt auch nach aussen und in die verschiedensten Institutionen getragen werden kann.
Das genaue Datum des nächsten Treffens wird noch festgelegt. Bei Interesse kann man sich bei Simone Arni (Adresse siehe unten) melden. Das Treffen wird zwei Teile beinhalten: Zum einen werden gemeinsam Erwartungen und Möglichkeiten der Teilnehmenden diskutiert und geklärt, zum anderen wird es einen Input zu gendergerechter Suchtarbeit geben.
Der 2. Termin wird am 28.8.09 im Lilith (Unterer Bifang 276, 4625 Oberbuchsitten) stattfinden.
Ein weiterer Termin für dieses Jahr, ist am 4.11. 09 in Olten geplant.

Wer sich für diese Fachgruppe interessiert kann sich melden bei:

Simone Arni
Lilith, Therapie für Frauen und Kinder,
Unterer Bifang 276,
4625 Oberbuchsiten
Tel: 062/ 389 80 90.
simone.arni@liliththerapie.ch

Weitere Infos unter:http://www.fachverbandsucht.ch/fachgruppen.php?pg=fgr&gr=4
 
 
Drogenabhängig und schwanger - Schuldzuweisungen sind fehl am Platz
Eine Schwangerschaft bei einer drogenabhängigen Patientin wirft diffizile rechtliche und ethische Fragen auf. Es ist bekannt, dass der Konsum von verschiedensten Substanzen, Folgen für das im Bauch heranwachsende Kind haben kann.
Die drogenabhängige schwangere Frau trifft zudem oft auf folgende Schwierigkeiten:
1) Ihre Schwangerschaft wird wegen der Drogenabhängigkeit durch die Ärzte nicht erkannt.
2) Sie ist mit negativen Einstellungen des Behandlungspersonals gegenüber schwangeren Drogenpatientinnen konfrontiert.
3) Ausserdem nimmt sie selber aus Angst vor einem Verlust des Sorgerechtes für das Kind, spät ärztliche Hilfe in Anspruch.
Daher ist eine gute Schwangerschaftsbetreuung bei drogenabhängigen Patientinnen unabdingbar. Es braucht eine multidisziplinäre einfühlsame Begleitung (behandelnder Arzt, Kinderarzt, Gynäkologe und Hebamme, Sozialarbeiter) ohne Verurteilung und Schuldzuweisung. Die Fragen des Sorgerechtes für das Kind und der Meldung von Risikosituationen, sollen bereits während der Schwangerschaft diskutiert werden. Ebenso soll Kontakt mit dem Kinderarzt aufgenommen werden, um ein ineinander greifendes Netzwerk um die drogenabhängige Mutter herum aufzubauen.

Weitere Informationen sind zu finden bei A. Pelet, M. Monnat, B. Broers, Schwangerschaftsbetreuung in: Drogenabhängigkeit / Geläufige somatische Probleme Eine Publikation des COROMA und der SSAM .
Es kann unter folgender Adresse bestellt werden:http://content.karger.com/ProdukteDB/produkte.asp?Aktion=showproducts&searchWhat=books&ProduktNr=232637
 
 
Chly Linde - Fördert mit Reittherapie bewusste Entwicklungsschritte und Verantwortung von jungen Frauen
Die therapeutische Wohngemeinschaft „Chly Linde“ gibt es seit 1994. Das stationäre frauenspezifische Angebot bietet Platz für 6 junge Frauen. Ziel ist es, die Frauen in ein selbstbestimmtes Leben zu begleiten und ihnen eine erfolgreiche Wiedereingliederung in die Arbeitswelt zu ermöglichen. Neben gruppen- und einzeltherapeutischer Arbeit hat die Reittherapie einen wichtigen Stellenwert in der Arbeit. In einem Gespräch mit der Leiterin der Chly Linde, Marianne Bürgin, interessierte mich, wie sich ihrer Meinung nach in den letzten 14 Jahren die jungen Frauen verändert haben. Frau Bürgin stellt keine grossen Veränderungen fest, ausser dass es die rein heroinabhängige Klientin nicht mehr gibt. Die Klientinnen hatten bereits früher nebst einer Substanzabhängigkeit oft weitere komplexe Problematiken – früher wurde dies noch nicht mit dem heute gängigen Begriff Mehrfachdiagnosen benannt. Die Frauen haben meist wenig Kompetenzen, Frustrationen und Enttäuschungen konstruktiv zu verarbeiten. Allerdings beobachtet sie, dass die Klientinnen anspruchsvoller geworden sind, hinsichtlich ihrer Bedürfnisse und Forderungen gegenüber dem Team und ihrer Umgebung. Marianne Bürgin erlebt, wie wichtig es ist, dass die jungen Frauen Grenzen kennen lernen und während der Zeit in der Chly Linde sich selber finden können.
Die Arbeit mit den Pferden ist eine wichtige Ergänzung. Nicht weil die Pferde die besseren Therapeuten sind, meint Marianne Bürgin, sondern weil sie auf jeden unbedachten Schritt sogleich reagieren und den jungen Frauen jede Unklarheit im Umgang direkt spiegeln. Die Arbeit mit den Pferden fördert zugleich das Verantwortungsgefühl der jungen Frauen.

Wer mehr über die Chly Linde erfahren möchte, kann dies unter:http://www.chly-linde.ch/
 
 
Männer konsumieren häufiger Drogen als Frauen. -
Etwa ein Fünftel der Schweizer Bevölkerung im Alter von 15-64 Jahren hat schon einmal im Leben Cannabis gebraucht, darunter auch ein beachtlicher Anteil älterer Personen:
7.7% der 45- bis 64-jährigen haben Cannabiserfahrung (10.0% der Männer und 5.5% der Frauen).
In allen Altersgruppen ist der Anteil der Männer mit Cannabiserfahrung höher als der Anteil der Frauen.
15-19. Jährige (30.5% Männer, 19,8% Frauen)
29-24 Jährige (44,4% Männer, 30.8% Frauen)
25-44 Jährige(31,2% Männer, 18,8% Frauen)
Mehr als 6% der unter 25-Jährigen gebrauchen mindestens einmal in der Woche ein Cannabisprodukt. Darunter ist auch ein Anteil an täglich Konsumierender zu vermuten. Die überwiegende Mehrheit hat im letzten Jahr kein Cannabis konsumiert. Der Einstieg in den Konsum von Cannabis geschieht im Durchschnitt vor dem 16. Lebensjahr. Die grosse Mehrheit, nämlich 90% der Cannabis Konsumierenden nimmt keine anderen illegalen Drogen.

Weitere Informationen und aktuelle Daten zum Cannabiskonsum findet man unter:
http://www.ispa.ch/index.php?IDtheme=221&IDarticle=1649&langue=D
 
 
Internetsucht - betrifft Frauen und Männer
In der Schweiz gelten 50'000 Personen als internetsüchtig oder mindestens suchtgefährdet.
Die betroffenen Personen verbringen ihre Zeit (34 Stunden und mehr pro Woche) in virtuellen Spielwelten, Chats, Newsgroups, auf Sex- und Pornographieseiten. Insbesondere Chatrooms, Onlinespiele und Sexseiten können zu einer Abhängigkeit führen, die mit anderen Süchten vergleichbar sind. Dasselbe gilt für die Suchtsymptome: Die Betroffenen bagatellisieren ihr Verhalten. Der Drang sich ins Internet einzuloggen ist riesig. Betroffene riskieren soziale Probleme mit Freunden und Familie.
In einer Pilotstudie zeigt sich, dass die Internetsucht vorwiegend Jugendliche unter 20 Jahren betrifft. Männliche Jugendliche unter 20 Jahren sind etwas häufiger betroffen (8.2 Prozent) als gleichaltrige Mädchen und Frauen (6 Prozent). Die Anzahl der Internetsüchtigen sinkt mit zunehmendem Alter kontinuierlich.
Ab Mitte 20 dreht sich das Verhältnis und Frauen sind eher als Männer von der Internetsucht betroffen.
Frauen und Männer surfen aus unterschiedlichen Gründen auf dem Netz. So suchen Männer eher den „Kick“ durch visuelle Reize (Pornographie), währenddem Frauen sich den Kick durch Kommunikation holen (Chat).

Weitere Informationen und Daten zur Internetsucht findet man unter:
http://www.dfi-luzern.ch/index.php?id=221
 
 
Gender Mainstreaming - In der Suchtarbeit
Gender Mainstreaming geht davon aus, dass eine tatsächliche Gleichstellung nur dann erreicht werden kann, wenn die Geschlechterperspektive bei allen Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft berücksichtigt wird. Das bedeutet: tatsächliche Gleichstellung kann nur dann erreicht werden, wenn die Geschlechterperspektive von Beginn an in allen Entscheidungen eine Rolle spielt.
Für Gender und Sucht bedeutet dies, dass der Ansatz des Gender Mainstreaming konsequent und auf verschiedenen Ebenen in den Insitutionen im Suchtbereich umgesetzt werden muss.
Das Suchtmagazin 2008/4 steht ganz im Zeichen von Gender Mainstreaming. Zwei Artikel von Gudrun Sander und Marie-Louise Ernst führen ins Konzept des Gender Mainstreaming ein und übertragen es auf den Bereich der Suchtarbeit. Berichte aus der Praxis zeigen den konkreten Nutzen der gendergerechten Suchtarbeit für Mitarbeitende und KlientInnen so z.B. der Artikel von Isabelle Strecke über das Projekt Gender und Gewalt vom Zentrum Mühlhof.

Kurzum ein lohnendes Heft! das Suchtmagazin kann unter folgender Adresse bestellt werden:
http://www.suchtmagazin.ch
 
 
Männliche Prostitution - www.safeboy.ch
Obwohl die männliche Prostitution seit 1992 legal ist, bleibt sie weiterhin ein Tabuthema.
Dem entgegenwirken möchte die neue Website www.safeboy.ch, welche speziell für männliche Sexarbeiter eingerichtet wurde. Das Ziel dieser Website ist vor allem die Prävention hinsichtlich sexuell übertragener Krankheiten. Da gerade Termine und Kontakte mit Freiern oftmals per Internet geknüpft werden, scheint sich diese Plattform besonders zu eignen um männliche Sexarbeiter anzusprechen. Laut dem Verantwortlichen von www.safeboy.ch Francis Rossé, haben seit Beginn des Jahres 2008 bereits über 5000 Menschen die Website aufgesucht. Das Publikum besteht mehrheitlich aus Männern, welche sich mit einem Touristenvisum in der Schweiz aufhalten und daher illegal dieser Arbeit nachgehen. Aus diesem Grund wird die Website im Moment auch in 5 verschiedenen Sprachen geführt (deutsch, französisch, englisch, russisch und portugiesisch). Geplant ist, die Website zukünftig auch auf rumänisch zu führen. Ausserdm ist gerade die bildliche Sprache dieser Website sehr auffallend. Sie soll es ermöglichen, den Inhalt ohne grosse Sprachkenntnisse zu verstehen. Neben dieser Internetplattform gibt es in den Städten Basel, Zürich und Genf Checkpoints und Streetworker, an welche sich die Sexarbeiter mit Fragen und Problemen wenden können.
www.safeboy.ch informiert über die Prävention, rechtliche Fragen, sowie das Thema Drogen. Francis Rossé geht davon aus, dass nur wenige die Sucht zu dieser Arbeit führt, Drogenkonsum aber während der Ausübung der Sexarbeit zunehmend zum Thema wird. Gelegentlich werden Stricher mit Drogen bezahlt. Francis Rossé machte auch die Beobachtung, dass viele der Sexarbeiter sich gerne und häufig in Spielcasinos aufhalten, so dass eine grosse Gefahr besteht, der Spielsucht zu verfallen. Gerade der Suchtproblematik und den sozialen Problemen, mit denen die männlichen Escort-Arbeiter konfrontiert sind, wird laut Francis Rossé zu wenig Beachtung geschenkt. Er würde sich wünschen, sich vermehrt auch diesen Themen widmen zu können, um so auch das Thema der HIV-Infektion und der Geschlechtskrankheiten besser transportieren zu können.
www.safeboy.ch ist ein Projekt der Aids-Hilfe Schweiz im Rahmen des Programms Male Sex Work.

Link:http://www.safeboy.ch/de/index.html

Weitere Infos finden sie unter: http://www.aids.ch/d/index.php
 
 
Alkoholkonsum - Neue Daten zum Alkoholkonsum von jungen Frauen und Männern
Währenddem das Wort "Botéllon" in der Presse Wellen wirft und Massenbesäufnisse von Jugendlichen die per Internet organisiert werden, in der Schweiz Einzug halten sollen, gibt es neue Daten zum Alkoholkonsum von Jugendlichen.
Laut Befragung trinkt jeder vierte Schüler und jede sechste Schülerin im Alter von 15 Jahren mindestens 1x wöchentlich ein alkoholisches Getränk.
Soziale Beweggründe scheinen die Jugendlichen zum Alkoholgenuss zu motivieren. So geben 74% der männlichen und 69% der weiblichen Jugendlichen an Alkohol zu konsumieren, um eine Party beser geniessen zu können. Mindestens 2x im Leben betrunken waren 28,1% der 15-jährigen Schüler und 19% der 15-jährigen Schülerinnen.
Bei der Haupt-oder Nebendiagnose Alkoholvergiftung gibt es einen Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Jugendlichen. So wird die Diagnose bei den 10-bis 23-jährigen Jungen und Männern 1.7mal häufiger gestellt, als bei gleichaltrigen Mädchen und Frauen. Auffalend ist jedoch, dass in den letzten Jahren die Diagnose Alkoholabhängigkeit bei den Frauen zwischen 10-23 Jahren um 20% zugenommen hat, wobei sie sich bei den Männern kaum verändert hat.

Weitere Informationen und Daten unter:http://www.ispa.ch/index.php?IDtheme=205&IDarticle=1611&langue=
 
 
Sucht und Gender - Zweite Nationale Fachtagung
Denken Sie gender! Im Eröffnungsreferat der 2. Nationalen Fachtagung 'Sucht und Gender' im Juni 2008 zieht Marie-Louise Ernst, Beauftragte des BAG für die Förderung gendergerechter Suchtarbeit, folgende Bilanz: Die empirische Datenlage ist klar. Dennoch ist die Schweizer Drogenarbeit weit davon entfernt, wissenschaftliche Befunde und die Genderperspektive selbstverständlich in die Suchtarbeit zu integrieren.
Dass Chancengleichheit Führungsaufgabe ist, zeigt Dr. Gudrun Sander auf, über Konstruktionen von Geschlechteridentität und von Männlichkeit referieren Marliène Vuille und Prof. Dr. Heino Stöver, Erkenntnisse aus der Praxis und Forschung im Zusammenhang mit Spielsucht und Beratung liefern die Beiträge von Dr. Margret Rhis-Middel, Michael Engels und Mara Hermman-Aïta.

Die Präsentation und Referate dieser Tagung finden sie unter folgender Adresse:
http://www.infodrog.ch/pages/de/them/gend/gender_1.htm#20080612
 
 
Methadonprogramme - Wie sieht es mit der Geschlechterverteilung in den Methadonprogrammen in der Schweiz aus?
Der Anteil der Männer in den Methadonprogrammen liegt bei 70%-80%. Dementsprechend geringer fällt der Anteil der Frauen aus. Betrachtet man die Geschlechterverteilung in den Jahren 2000-2005, so bleibt die Geschlechterverteilung gleich.
Meistens sind die Frauen in den Methadonprogrammen etwas jünger als die Männer, dieser Unterschied ist jedoch eher klein.
Ausser in den neu eingerichteten Programmen für jüngere Frauen, blieb die Altersverteilung zwischen Frauen und Männern in den Jahren 2000-2005 in etwa gleich. Daher kann man vermuten, dass Frauen sowie Männer gemeinsam altern und dementsprechend wenige Abgänge bzw. Neuzugänge in den Programmen stattfinden.

Den Artikel von Dominik Schorr und Urs Künzi finden sie in Abhängigkeiten 3/2007 und kann unter der nachfolgenden Adresse bezogen werden:

http://www.ispa.ch/index.php?IDthemepub=10&langue=D&IDpubvis=1#ancre587a>
 
 
Gender-Netz - Sexualität, Sucht und Geschlecht
„Sexualität, Sucht und Geschlecht „ war das Thema der dritten Veranstaltung vom 13.11. 2007 des Gender- Netzes.

Doktor Barbara Boers zeigte in ihrem Referat die medizinisch-biologischen Aspekte des Themas auf. Erwähnenswert ist, dass sexuelle Fehlfunktionen bei Frauen weniger untersucht wurden. Man nimmt an, dass 10-30% der Probleme auf der Seite der Frauen zu finden sind.
Es gibt verschiedene Zusammenhänge zwischen der Einnahme von Substanzen und der Sexualität. Viele Substanzen enthemmen in tiefen Dosen, während die meisten Substanzen in höheren Dosen zu sexuellen Problemen führen.

Prof. Marcello Schumacher arbeitete in seinem Referat die psychosozialen Aspekte von Sexualität, Sucht und Geschlecht heraus. Er definierte die Sexualität und stellte sie als einen lebenslangen Prozess dar. Sexuelle Scripts sind eine Kombination aus sozialen Normen, individuellen Erwartungen und in der Vergangenheit erlernten, bevorzugten Verhaltensweisen.
Gender hat viel mit Sucht zu tun, die Gründe für Suchtmittelkonsum von Frauen und Männern sind verschieden, wobei es auch Ursachen gibt, die bei beiden Geschlechtern zu Sucht führen können. Und Gender hat ebensoviel mit Sexualität zu tun. Viele Mythen prägen die Bilder weiblicher und männlicher Sexualität.

Text Referat M. Schumacher

Text Referat B. Boers

Das Gender-Netz ist ein gemeinsam geführtes Projekt der Beauftragten für Genderfragen im Suchtbereich des Bundesamtes für Gesundheit Marie-Louise Ernst und Infodrog.
 
 
Frauen - Ein Plädoyer für frauenspezifische Therapiegruppen in Suchtkliniken
Monika Vogelsang fordert in ihrem Artikel „Teufelskreis der Hilflosigkeit“ im deutschen Ärzteblatt mehr frauenspezifische Therapiegruppen in Suchtkliniken.
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen schätzt, dass in Deutschland etwa ein Drittel derjenigen, die Alkohol in einer schädlichen Menge zu sich nehmen, weiblich sind. Dementsprechend liegt der Anteil an Patientinnen in stationären Entwöhnungstherapien und ambulanten Einrichtungen etwa bei 25 Prozent.

Frauen sind in den gemischtgeschlechtlichen Gruppen meist in Unterzahl. Oft erleben sie dieselben Gefüge, wie in ihrem Alltag und reagieren wie gewohnt. In der gleichgeschlechtlichen Gruppentherapie treffen sie auf gegenseitiges Verständnis und haben die Möglichkeit von einander zu profitieren. Es wird einfacher die Themen anzusprechen, ohne Angst, nicht verstanden zu werden.
Frau Vogelsang plädiert nicht für getrenntgeschlechtliche Therapieeinrichtungen, da die Lebenswirklichkeit von Frauen die Begegnung mit Männern beinhaltet.

Der Artikel von Monika Vogelsang, Ärztin an der psychosomatischen Fachklinik Münchwies in Neunkirchen, kann hier heruntergeladen werden:
www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&id=57225/
 
 
 

 

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last update 30.08.2010